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Das kleine Finale ein perfekter Abschluss

Bei der zurückliegenden Europameisterschaft war das deutsche Schiedsrichtergespann Lars Geipel/Marcus Helbig eines der meist beschäftigten Paare. Ihre Leistungen wurden am Ende mit der Leitung des Spiels um Platz 3 belohnt. Nach ihrer Rückkehr äußern sich die beiden im Interview über ihre Erfahrungen in Serbien. 


Sie waren viel beschäftigt bei dieser EM. Wie fällt Ihr Fazit nach den 19 Tagen in Serbien aus?
„Diese Erfahrungen, die wir bei dieser Europameisterschaft in Serbien sammeln durften, waren einmalig. Es war eine tolle Zeit für uns, die wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Wir haben bei der EM insgesamt sechs Spiele geleitet, davon als perfekten Abschluss das kleine Finale zwischen Kroatien und Spanien. Was will man mehr? Doch auch die professionelle Vor- und Nachbereitung der Spiele mit den EHF-Beobachtern und technischen Delegierten, die täglichen Fitnesseinheiten und der permanente Erfolgsdruck, immer eine diskussionsfreie Leistung abliefern zu müssen, haben uns ein großen Stück weiter gebracht.“

Wie empfanden Sie die Organisation und die Stimmung während der Europameisterschaft?
„Aus unserer Sicht war es eine wirklich gute Organisation der Titelkämpfe. Es hat alles gepasst: von der Unterkunft, über das Essen, den Trainingsmöglichkeiten und den Bedingungen in den Sporthallen.

Was war denn das schwierigste Spiel, das Sie bei dieser EM pfeifen mussten?
„Alle Begegnungen, die wir bei dieser Europameisterschaft gepfiffen haben, waren schwierig. Keines der sechs Spiele unter unserer Leitung war bis zwei Minuten vor Ende entschieden, kein Match ging mit mehr als vier Toren Differenz aus. Allein das zeigt schon die besondere Herausforderung dieser Europameisterschaft: Alle Teams waren auf Augenhöhe, praktisch jeder konnte jeden schlagen. Deshalb mussten wir uns immer 60 Minuten lang voll konzentrieren. Ganz besonders heikel waren aber sicherlich die Schlusssekunden beim Vorrundenspiel zwischen Ungarn und Spanien (24:24), in der wir zwei knifflige Siebenmeterentscheidungen treffen mussten.“

Manche Ansetzung verwunderte schon. Zwei Spiele des deutschen Teams wurden von slowenischen Schiris gepfiffen. Sie haben allein drei Begegnungen der Slowenen geleitet – sogar in der Endphase der Hauptrunde, als Slowenien eine der letzten Nationen darstellte, die mit Deutschland noch um einen Platz für die Olympia-Qualifikation buhlte. Gab es da Probleme?
„Nein, Probleme gab es absolut gar nicht. Und daran denkt man als Schiedsrichter auch nicht, weder im Vorfeld noch während der Begegnung oder danach. Für uns stehen immer einfach zwei Mannschaften auf dem Feld, die gegeneinander Handball spielen. Nicht mehr und auch nicht weniger. Die Ansetzung ist dabei völlig egal. Wir sind immer neutral und unser Ziel ist es, immer ein möglichst fehlerfreies Spiel abzuliefern. Das ist unser Job.“

Wo lag denn im Regelwerk Ihr Hauptaugenmerk bei diesen europäischen Titelkämpfen?
„Im Vorfeld der Europameisterschaft gab es keine Fokussierung auf ganz bestimmte Regelschwerpunkte, sondern eher darauf, eine einheitliche Linie in allen Regelbereichen während des Turniers zu verfolgen. So wurden zum Beispiel verhältnismäßig viele Stürmerfouls geahndet. Doch das zog sich durch die komplette Europameisterschaft, die Mannschaften konnten sich darauf einstellen. Auch die progressive Linie war in den allermeisten Spielen klar definiert. Wer die beherzigt hat, kam mit weniger Strafen aus.“

Wie wurden denn die Schiedsrichter auf die Europameisterschaft vorbereitet?
„Die Vorbereitung der Unparteiischen auf die Titelkämpfe hat schon ein halbes Jahr vor der Europameisterschaft begonnen und war sowohl vom DHB mit Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß als auch von der EHF professionell organisiert. Ganz wichtige Aspekte waren dabei unter anderem ein ausgezeichneter Fitnesszustand, die Leitung von anspruchsvollen Bundesliga- und Champions-League-Spielen sowie die Arbeit mit einem Sportpsychologen. Selbst die permanente Kontrolle war abgesichert: So mussten wir bereits beim Top-Referee-Seminar Anfang September in Wien als auch dann in Serbien kurz vor der EM unsere körperliche Fitness mit einem Laktat- und Shuttle-run-Test wie auch unsere Regelkenntnis nachweisen.“ 

Welche (internationalen) Aufgaben warten denn als nächste auf Sie?
„Wir freuen uns jetzt erst einmal auf das All-Star-Game in Leipzig. Danach gilt unsere volle Konzentration der Rückrunde in der Bundesliga und im Europapokal. Das werden sicher viele anspruchsvolle und entscheidende Spiele im Kampf um die Meisterschaft, internationale Titel, Europapokalplätze und gegen den Abstieg. Und da wollen wir mit sehr guten Leistungen auch die entscheidende Grundlage für unser ganz großes Ziel legen: die Teilnahme an den Olympischen Spielen im Sommer in London.“ 

EM 2012 in Serbien - Video Highlights

Der 13. Spieltag Der 12. Spieltag Der 11. Spieltag
EHF EURO 2012 - Day 13 EHF EURO 2012 - Day 12 EHF EURO 2012 - Day 11

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